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Wüstenreisebericht März 2017

von Ingrid Mettert

Dieser Wüstenreisebericht besteht aus lauter Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reisegruppe mit Dinesh, Ingrid und Eva im März 2017:

 

Sehnsuchtsort Wüste- wieder zuhause, habe ich Heimweh nach der Wüste, nach dem dortigen Leben in der Gruppe und mit den Gebeten, Tänzen, Schweigen, Austausch. Die Schwingungen hier erreichen mich wie von einem Radiosender, der langsam hörbar wird, je mehr ich mich nähere: erst meine Kinder, Enkel, Familien, Freundinnen, dann das Büro und alles, was dran hängt---und die Wellen der Lieder, Tänze, Wazifas, Zikkr, der Djerba- Appartements mit der Gruppe, die Wellen von Douz, die Wellen der Wüste, der Gruppe und der Beduinen, die Wellen der Tänze auf den Dünen, der Sonnenaufgänge beim Drehen, die Stille der Sonnenuntergänge, der Nachtstunden-- ich bin zwar hier, aber diese Wellen senden stark und ich empfange sie herzlich- dieser Sender ist noch stärker!!

Ich habe vergessen Sand aus der Sahara mitzunehmen, fiel mir erst in Djerba ein, aber da ist der Sand ja ganz anders. So habe ich sorgfältig allen Sand gesammelt, der aus Schlafsack.... und vor allem aus meinen Sandalen gerieselt ist, ich hab ein kleines Schälchen beisammen.
Bis auf die Plane ist alles gewaschen oder weggeräumt, aber ich bin noch nicht ganz da.
 

Obwohl ich noch nie in der Wüste war, fühlte es sich an wie heimkommen. Es war für mich ein Genuss mit den Beduinen und den Dromedaren zu laufen - Sand auf - Sand ab. Auch die vielen Blumen am Anfang, waren wunderschön und etwas völlig Unerwartetes!
Jeder der Beduinen hatte was Besonderes eingebracht. Ob es das Lachen von Ibrahim, das laute, über alle Dünen hörbare " a Table" von Mohamed, die verschmitzten Augen vom Teekoch , tanzen, trommeln und singen war.  Sie sind achtsam mit den Tieren und sehr sorgsam mit uns umgegangen! Wir waren gut behütet!
Das Essen hat mir sehr gut geschmeckt - unter freiem Himmel zu schlafen war wunderschön, auch noch mit Vollmond und mir fehlt das Tanzen und Singen morgens auf der Düne.Bin deshalb am Sonntag in die Kirche , mir hat eine Feier gefehlt.

Ich möchte diese Gelegenheit für mein großes Danken an euch alle (sowie an den Schöpfer) nutzen :) es war mir eine Ehre und gleichzeitig war´s für mich ganz große Freude mit euch allen an der wunderschönen und ganz tiefen Reise teilzunehmen...

auch wenn ich leider keine Möglichkeit hatte (oder nicht ausgenutzt habe) mit jedem von euch einzeln zu sprechen, bin dankbar für jedes Gespräch oder auch für jeden unterstützenden u. liebevollen Blick, den ich bekam... ich habe den guten Geist der Gruppe gespürt und war einfach für alles dankbar... es waren viele Themen die aufgestanden sind und es hat sich was uraltes in mir gelöst...

Es fällt mir etwas schwer, wieder den normalen Alltag zu bewältigen. Für mich war es eine absolut schöne Herzöffnungsreise. Am liebsten würde ich noch einige Zeit in der Stille sein und mich in meine Erinnerungen vertiefen. Die Sorgfalt und Herzlichkeit der Beduinen haben mich sehr beeindruckt. Ich habe großen Respekt und bin sehr sehr dankbar für alles. Ich bin bestimmt in 2 Jahren wieder dabei. Auch die Organisation der Reise, die Tänze und die Arbeit mit Dinesh waren eine perfekte Ergänzung und haben die Reise zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lassen.

Dank meiner Freundin wurde ich auf diese Reise aufmerksam.Und weil ich spürte, dass hier die „Energie stand“ - meldete ich mich bei Dir an. Mir wurde mit dieser Reise ganz viel BEWUSST. V.a. was mir wichtig ist - wie Singen, für mich sorgen, Berührt zu werden, Familie zu leben -eben abfragend: worauf habe ich LUST?

Sei es bei den Beduinen und auch mit Dir, Eva und Dinesh - spürte ich so eine tiefe Achtsamkeit und Präsenz- im Umgang für und miteinander.Mit dem Mensch an sich, wie auch mit der Natur und dem was gerade ist. Auch die Offenheit untereinander - sich sagen zu können, was auf dem Herzen liegt - war gegeben.Samt einfachen Regeln in der Wüste - die wichtig waren fürs harmonisches und balanciertes Miteinander- Leben.

Tanzend und Atmend auf den Dünen zu stehen - gemeinsam - Hand in Hand. Das hat etwas - das erfreut(e) mich sehr - weit über Herz und Verstand. Meine Seele ist genährt - durch unsere Gespräche - durch unser Tanz und Gesang. Auch durch das Familienaufstellen & die Sufi-Übungen - von Dinesh - fanden tief in mir freudvollen Anklang.  Diese Bilder und Erfahrungen geben mir Mut für weitere Schritte - auch zum Neuanfang.

Eines ist gewiss - die Wüste und Ihre Bewohner - samt Beduinen leben weiter in mir.

Und der Kontakt besteht weiter - zu Euch zu Dir. Wie sagst Du so weise? Vor der Wüste ist nach der Wüste  und ich kann das nun verstehen.Und ich habe vor - in der kommenden Zeit - so in zwei Jahren - wieder sehr gerne mit Dir - mit Euch dorthin zu gehen.

Il n´y a d´homme---------------------Am vollständigsten ist ein Mensch,

plus complet que celui qui -----------wenn er oft gereist ist

voyagé, qui a changé----------------- und zwanzigmal

vingt fois la forme --------------------sein Denken und sein Leben

de sa pensée et

de sa vie.-------------------------------geändert hat.

Alphonse de Lamartine,  POETE; ROMANCIER ET HOMME POLITIQUE FRANCAIS

 

ich bin total gestärkt aus der wüste zurück gekommen, mir geht es sehr gut und ich bin ganz kraftvoll. die wüstenzeit kam für mich genau zur richtigen zeit, zum innehalten, schweigen, nicht denken, loslassen.ein zweites mal durfte ich die heilsame wüste erleben, wo es keine probleme gibt, einfach sein. es ist so schön, daran erinnert zu werden, wie einfach und doch schön, leben sein kann.

die beduinen in ihrer herzlichkeit und achtsamkeit zu erleben, ist ein zusätzliches großes geschenk. und auch die tänze gehören zum unverzichtbaren programmpunkt.

Es war eine ganz besondere Zeit- noch mal intensiver als die letzten Jahre. Ich bin diesmal ganz schwer zurückgekommen.

wie schön und intensiv sie war: die Zeit in der Wüste. Eine Zeit fast ohne Zeit. Ein Sonnenaufgang achtsam erlebt, besungen und betanzt - gehen oder reiten in der Karawane auch (meist) achtsam, sich spürend, den Sand, den Wind, das  Kamel, getragen und geführt werden vom Leben in der Entspannung - umsorgt und liebevoll versorgt werden von den Beduinen - schlafen unter freiem Himmel (auch bei knapp über 0°C) und wieder spüren, so vieles geht, wenn ich mich hingebe. Und immer wieder beten-singen-tanzen - eins sein. In einer Gruppe-Karawane-Familie sein mit Menschen, die sich verbunden fühlen, Herzlichkeit ausdrücken, gemeinsam zum Kanal werden.Ein Stück von mir ist weiter in diesem Raum, singt betend "Bismillahir rahmanir rahim" - wie wundervoll, alle Anfänge so zu begehen im Namen der Einheit, des Mitgefühls und der Barmherzigkeit - tönt "Abwun" und ist immer wieder still.Danke dafür, mit dir/euch diesen Raum betreten zu dürfen und hoffentlich a la prochaine! Danke auch Eva für den wunderschönen Stein, den ich als Herzenserinnerung immer wieder anschaue!

 
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