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Elementar

von Ingrid Mettert

Die Erde und die kosmischen Schöpfungskräfte  haben es geschafft in jahrmillionenlanger Arbeit, der Intelligenz der Erde eine Möglichkeit werden zu lassen, dass sie sich immerwährend erneuern kann. Die Jahreszeiten, das Keimen und Fruchttragen und Vergehen, das Geborenwerden und Sterben, das Weitergeben des Lebensfadens in immer neuer Form. Das haben sie geschafft. Die Intelligenz der Erde, ihr Bewusstsein hat sich Formen geschaffen, die selbständig Bewusstsein entwickeln können, ein Teil der Erde sind, sich aber doch bewegen können- nur durch die Schwerkraft an die Erde gebunden. Welche Form der Erd- Intelligenz, des Erd- Bewusstseins!

Richten wir Erdenmenschen unser Bewusstsein auf diese Wirklichkeit, können wir tatsächlich spüren, wie wir ein atmendes lebendiges bewegliches Teilchen der Erde, des Erd- Bewusstseins sind. Üben  wir diese Vorstellung regelmäßig, wird aus der Vorstellung eine Erfahrung, ein erlebtes Erkennen.

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Die Kosmischen Schöpfungskräfte haben Erde und Feuer zusammen entstehen lassen. Die Erde hält in ihrem innersten Herzen dieses Feuer am Brennen, am Glühen, am Kochen. Es kocht in ihr. Sie ist warm. An manchen Stellen entlässt sie ihre Wärme an ihre Oberfläche, durch ihre Haut hindurch. Feuer ist auch die Essenz der Sonne unseres Systems. Feuer wärmt unsere Erdenhülle, wir durchlaufen unsere Erdenbahn mit den Planeten in ihrer Feuerwärme. Unsere Erde in dem genau richtigen Abstand, den wir für unser Leben brauchen. Wir Erdenwesen haben Feuerwärme in unseren Körpern, wenn wir Säugetiere oder Vögel geworden sind, auch Pflanzen haben Wärme, entwickeln Wärme. Unser Feuer im Menschenköper  tragen wir mit uns herum, unsere Körperwärme wird konstant gehalten durch wundervolle Systeme von Verbrennung, Atmung, Kreislauf- aber auch durch Gefühle wir heiße Liebe oder heißen Zorn- es wird uns ganz heiß. Wir werden rot- das Feuer scheint durch unsere Haut.

Feuer verbrennt- es transformiert. Holz wird transformiert zu Hitze, Flamme, Glut und Asche. In unseren Körpern wird Nahrung transformiert zu Körperwärme. Gefühle , Impulse, Antriebe werden transformiert in andere Gefühle: aufsteigende rohe ursprüngliche Feuerkraft kann transformiert werden zu sanfter, liebevoller, achtsamer Energie, die wir dann verwandelt aufsteigen lassen und in die Welt, in unsere Umgebung abgeben können.

Wasser! Woher kommt es? Aus den Wolken? Aus dem tiefsten Grundwasser, gespeichert seit Erdenzeiten in ihrem Inneren? Wir erforschen es immer weiter. Auf jeden Fall sehen wir es im Regen, im Schnee, in allen Bächen, Flüssen, Seen und Meeren. Und wir trinken es- täglich! Wir waschen uns damit- und wenn wir genug davon haben, waschen wir unsere Häuser, gießen unsere Gärten damit. Im Tautropfen funkelt die Morgensonne- und in jeder unserer Zellen ist Wasser.  Ohne dieses Wasser in jeder Körperzelle wären wir eingetrocknet zu einem Häufchen Staub. Wasser! Lebenswasser! Lebendiges Wasser aus Quellen, weniger lebendiges, fast totes Wasser aus dem Wasserhahn der Häuser der Städte. Wasser hat verschiedene Qualitäten, Wasser kann Informationen speichern. Wasser ist ein intelligentes lebendiges bewusstes Wesen, die alten Weisen der frühen Kulturen wussten das wohl. Heute müssen wir es wiederentdecken.

Wenn wir uns verbinden mit diesem Wissen, spüren wir, wie wir ein Teil dieses Wasserwesens sind!  Wenn wir uns die Zeit nehmen, in unserem Inneren dahin zu lauschen, spüren wir eine Verbindung. Spüren wir eine Verwandtschaft mit all den vielen verschiedenen Formen, die Wasser annehmen kann. Ein zauberhafter Kristall, geformt aus einem ganz individuellen Wasserteilchen, das die ganz spezielle Information des Trägers aufgenommen hat: welches Bild!  Wie das Wasser wandeln auch wir uns ständig. Lebendige Bewegung, Fließen, Strömen. Wir können das Leben strömen oder fließen spüren. Und wir können uns diesem Strom, diesem Fließen hingeben. Wir können auch mal drin versinken, ertrinken...am besten, wir lassen uns tragen. Vertrauensvoll tragen wie ein Boot, das seinem Ziel entgegen schwimmt.

Wir können auch austrocknen. In einer Dürre schmachten. Haben wir den Zugang zur Quelle verloren, ist es lebensnotwendig, diesen wieder zu finden. Vielleicht hilft uns jemand dabei? Einen Wegweiser wird es immer geben, einen kleinen Hinweis, ein kleines Zeichen.

Luft ist zum Leben notwendig. Ohne Atmen leben wir nicht. Tief zu atmen belebt uns wunderbar. Raucher atmen tief und fühlen sich danach etwas besser belebt. Frische köstliche Luft in einem Wald einzuatmen kann uns allerdings noch besser und lebendiger fühlen lassen. Saubere klare frische Luft atmen zu können ist herrlich. Erfrischend. Beglückend. In Städten schlechte Luft atmen zu müssen und in Industriegebieten vergiftete Luft atmen zu müssen ist manchmal tödlich, manchmal kränkend, krankmachend.

Luft ist ein ganz spezielles fein abgestimmtes Gemisch aus Stoffen, die die kosmische Schöpfungsintelligenz wundervoll kreiert hat. Genau die Mischung, von Pflanzen immer wieder gereinigt, erneuert, strömt in unsere Lungen ein, erfrischt unser Blut, belebt unser gesamtes System dieser funktionalen Körperorgane. Verbraucht atmen wir sie aus, Pflanzen helfen dabei, sie wieder zu reinigen.

Tief zu atmen ist beruhigend, manche Menschen sind beunruhigt und können nicht mehr tief atmen. Bei schlechter Luft will man ja auch gar nicht tief atmen. Wir halten dann lieber eine Weile die Luft an. Bei schlechter Luft, schlechter Stimmung, schlechter Atmosphäre (in Familien, am Arbeitsplatz z.B.) halten wir lieber die Luft an. Wie befreiend, endlich einmal dann wieder frei und tief und breit und lang atmen zu dürfen. Welche Erholung!

Luft transportiert den Klang. Den Klang einer Flöte, eines Windspieles, das Rauschen des Waldes bei Wind, das Rascheln der Blätter und Gräser. Luft transportiert unsere Stimmen. Unser Singen und Rufen. Der Wind selbst kann um die Ecken pfeifen, er kann sogar im Sturm heulen. Luft, unser Lebenselement. Der letzte Atemhauch eines Sterbenden, wenn sie oder er seinen/ihren Körper verlässt und sein Wesen im Unsichtbaren scheinbar verschwindet.

Luft heilt (eine Mutter bläst auf das Knie des gefallenen Kindes). Luft erfrischt. Der Morgen bringt die frische  Brise, die Sonne geht auf, alles ist wie neu. Inspiration. Neubeginn- jeden Tag!

Ein Gebet von Hazrat Inayat Khan, ein Sufimystiker des 20. Jahrhunderts:

"Durch die Strahlen der Sonne,

durch die Wellen der Luft,

durch das allesdurchdringende Leben im Raum:

reinige und belebe uns neu

und wir beten:

heile unsere Körper, Herzen und Seelen."  Amen

...und eine Erweiterung von Kamae Miller, Sufilehrerin des 20. Jh.:

"Durch die Strahlen der Sonne,

durch das Leuchten des Mondes,

durch die Kraft der Erde,

durch das Fließen des Wassers,

durch die Wärme des Feuers,

durch die Wellen der Luft,

durch das allesdurchdringende Leben im Raum:

reinige und belebe uns neu

und wir beten:

heile unsere Körper, unsere Herzen und unsere Seelen." AMEN

Dieses Gebet, jeden Tag morgens im Licht gesprochen, ist Medizin. Sehr zu empfehlen. Gern auch mehrmals zu wiederholen auf Spaziergängen.

(weiterlesen und mehr darüber im Heft "Übungen und Betrachtungen" von I.A. Mettert, über Kontakt hier zu bestellen)

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